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Reisen in die Mongolei

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Mythen  Owoos  Ulaanbaatar  Mongolei  Bodo  Währung  Mongolischen Namen   Strassen
Sprichwörter  Nationalhymne  Kalender  Feiertage Reisen Geld   Flugverbindungen
Naadam  Mentalität  Jurte  Deel  Soyombo Essen und Trinken  Religion  Schamanismus 
Schrift  Sprache  Wörterbuch  Landkarten  Tanken  Fahrzeugmiete  Führerschein  Heirat 
Grenzübertritte   Mongolische Botschaft  Deutsche Botschaft 
Mongolei-Infos

Die nachfolgenden Zeilen über die Mongolei sollen Ihnen (neben vielen Informationen) vor allem die Lebensart des Ihnen vielleicht noch fremden Landes näher bringen.

Mythen

Die diversen mongolischen Stämme (Ulus = Befehlsbereich) siedelten im Osten der heutigen Mongolei, zogen zwischen den Flüssen Onon, Orchon und Kerulen umher und befanden sich unter der Führung einzelner Anführer. Diese nannten sich je nach Abstammung Baatur („Ritter“) oder Noyon („Häuptling“). Auch Yesügei, der Vater Temudschins („Dschingis Khan“ = “ozeangleicher Herrscher“) (Temudschin war der Name eines der von Yesügei gefangenen Tatarenhäuptlinge), war dank seiner edler Herkunft ein solcher Baatur und führte einen Stamm an. Dessen Urahnen wurden von den mongolischen Geschichtsschreibern als Wolf und weiße Hirschkuh bezeichnet damit wollte man Dschingis Khan eine mystische Herkunft geben. Der vom Himmel erzeugte, vom Schicksaal auserkorene blaugraue Wolf Bortä-Tschino (auch Bört-a-Tschino) (er stellte den Himmel dar), war der Bräutigam der falben, strahlenden Hirschkuh Maralghoa (die die Erde verkörperte), begründete als Urvater das stolze Volk der Mongolen. Aus diesen beiden Tieren entwickelte sich dereinst ein siegreicher Stamm, der sich noch heute mit diesen Symbolen identifiziert. Die Heirat vom Wolf und der weißen Hirschkuh wurde als die Geburt des mongolischen Volkes gedeutet. Der Wolf, das Ebenbild der Krieger, steht für die Kraft der Mongolen, die Hirschkuh als Symbol der Stämme und Schamanen. Nach der Heirat schwammen sie beide den Fluss Onon, um sich am Fuße des heiligen Berges Burkhan-khaldun niederzulassen, um ihren ersten Sohn Batatschichan zu Welt zu bringen. Hier begann das Leben des nomadischen Volkes.

www.ezlink.com/~culturev/CulturMythology.htm (englisch)

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Owoos

Owoos (Götzenbilder) heißt „ist zu Hause“ – alttürkisch und mongolisch obo („ist zu Hause“), sind in der Mongolei sehr populär – es sind Steinhaufen mit blauen Bändern (Blau ist die Farbe des mongolische Volkes), die als Reisegottheiten auf nahezu allen Passhöhen zu finden sind. Sie sind ein Symbol der Verstorbenen im Krieg. Vor dem Krieg ließen Haan seine Tsereg-ers je einen Stein auf den neben liegenden berg zubringen. Damit konnte er die Anzahl der Tsereg-ers ungefähr wissen. Nach dem Krieg kehrte Tsereg-ers zurück, nahm einige Steine vom Owoo weg. Der Rest der Steine gehörte zu denen, die auf dem Kriegsfeld für immer geblieben sind. Im Laufe der Zeit wurde diese Sitte durch Aberglaube und Religion beeinflusst, aber Grundprinzip blieb immer gleich.

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Ulan-Bator ( Ulaanbaatar)

Das mongolische Oberhaupt des Lamaismus Khan Zanabazar erklärte im Jahre 1639 den Standort seiner Prachtjurte zur Hauptstadt des Landes und gründete Ulan Bator/Ulaan Baatar/Ulaanbaatar (1337 ü.d.M), zuerst Urga (der Name ist vom mongolischen „Urgoo“ abgeleitet, was „Prunkzelt“ oder „Prachtjurte“ bedeutet) oder Ugur genannt. Die Stadt, am Anfang eine Nomadenstadt, hatte mehrere Namen: Da Huree, Bogdyn Huree und nach der Erkämpfung der Unabhängigkeit der Mongolei (1911) erhielt sie den Namen NiislelHuree. Nach mehr als 20zig maliger Umsiedlung war die Stadt im Jahre 1778 endlich auf dem Gebiet der heutigen Stadt Ulan Bator, am Nordufer des Flusses Tuul , gegenüber dem Bogd Uul („Heiliger Berg“, „Götterberg“) fest angesiedelt. Die kleine Stadt Urga dehnte sich rasch aus und verwandelte sich in das religiöse, Handels- und administrative Zentrum des Landes. Im Jahre 1900 hatte Urga 30.000 Einwohner. Nach der Volksrevolution wurde Urga in Ulan Bator (die Mongolen schreiben nur noch Ulaanbaatar und nennen ihre Stadt liebevoll UB, gesprochen JuBi) umbenannt, was „Stadt der roten Helden“ heißt. In 100 Jahre hat sich die Einwohnerzahl auf 790.000 mehr als 26mal erhöht. Davon sind 75 % unter 35 Jahre alt. Ulaanbaatar liegt auf dem 48.nördlichen Breitengrad wie Wien. Die Temperatur im Sommer beträgt 17°C, im Winter –23°C. Weitere große Städte der Mongolei: Choibalsan 80.000, Darkhan 67.000, Erdenet 60.000, Ölgyi 29.500 Einwohner.

nach oben Mongolei

Mongolei (offizieller Name Mongol Uls) hat 2,6 Millionen Einwohner (Bevölkerungsdichte beträgt nur 1,6 Einw. Auf 1 qkm) und ist 4,5mal größer als die Bundesrepublik. 87% davon sind Mongolen, der Rest Turkvölker, Kasachen, Tuwiner und Russen. Die mittlere Höhenlage liegt bei 1580 m ü.d.M. Seit 209 v. Chr. Gehörte das Siedlungsgebiet der Mongolen zum Reich der Hunen (die, wie alle Steppenvölker im stetiger Wanderschaft begriffen, zu einer Bedrohung für das damalige China, ja selbst Europas, wurden. So sind denn Teile der chinesischen Mauer zum Schutz gegen die Hunnen errichtet worden und nicht, wie dies manchmal dargestellt wird, wegen der Mongolengefahr, 407 - 522 zum Reich der Awaren und seit 730 zum reich der Uiguren. Um 1196 schwang sich Temudschin zum Fürsten des Stammes Mongchol, der dann dem ganzen Volk den Namen „Mongolen“ gab. Temudschin (seine Lieblinsfrau heißt Börte) unterwarf alle Stämme und wurde 1206 durch eine Volksversammlung zum Dschingis Khan („Groß-Khan“) ernannt; in seiner Eigenschaft als Mongolenführer dehnte sich der Machtbereich des Mongolischen Großreichs auf nahezu ganz Asien u. Teile Europas aus.

www.mls-marburg.de/schueler/dschingiskahn.html

www.userpage.fu-berlin.de/~corff/mfaq-3.html (englisch)

Zur Zeit leben 60% der Einwohner in den Städten (1981 30%), 40% in ländlichen gebieten; die Anzahl der Nomaden beträgt nur noch 140.000, die Tendenz ist jedoch steigend

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Bodo

Der Reichtum einer Familie wurde bei den Mongolen nach alter Tradition danach bewertet, was sie an Vieh besaß. Die Vermögenseinheit nannte man Bodo. 1 Bodo entsprach dem Wert von: 1 Pferd oder ein Rind oder 7 Schafen. Als arm galt eine Familie mit weniger als 50 Bodo. Eine reiche Familie hatte mehr als 1000 Bodo.

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Währung

1 Tugrik= 100 Mongo

1 EUR= 1150 Mongolischer Tugrik

1 Tugrik= 0,0008976 EUR ( Stand 25.11.2002)

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Mongolische Namen

„Wer seine Vorfahren nicht 3000 Generationen zurückverfolgen kann, verdient es nicht, ein Mensch genannt zu werden“, heißt es etwas übertrieben in alten mongolischen Chroniken. Nach der Volksrevolution von 1921 wurden die Stammesnamen im Interesse der Schaffung einer „einheitlichen sozialistischen mongolischen Nation“ abgeschafft. Dem persönlichen Namen wurde der Vorname des Vaters im Genitiv vorangestellt: Enkhbaataryn Urangua ist also übersetzt „die kunstfertige Schöne“ und Tochter des „friedlichen Recken“. Nach 80 Jahren geriet der Bezug zur Vergangenheit und zur Herkunft der Familien somit in Vergessenheit. Heute wird der Name einer Mongolin/eines Mongolen vom Namen des Vaters (oder Mutter) abgeleitet (das ist der im Reisepass klein geschriebene Name; weil alle Geschwister den gleichen Vater-/ Mutternamen haben, kommt er deshalb dem deutschen Familiennamen näher) und mit einem Rufnamen (im Reisepass groß geschrieben - mit ihm wird auch unterschrieben (entspricht dem Vornamen) ergänzt; Personen werden nur ihrem Rufnamen (i.d.R. wird er dem Eigennamen voran gestellt) angesprochen. Wenn eine Frau z.B. den Namen Hashbatyn Hulan trägt, wird sie mit Hulan angesprochen, der Name ihres Vaters ist Hashbat. Ein Titel folgt i.d.R. dem Rufnamen; er zeigt an, welcher Gesellschaftsschicht die Person angehört, den Rang, den sie auf Grund ihres Alters oder ihres Status innehat, oder er gibt den Beruf an. So wird z.B. Ein Lehrer mit Batbayar Bagsh („Lehrer“) oder eine ältere Person mit Sumiya guai („Herr“) angesprochen, wobei der Ausdruck Guai auch für Frauen üblich ist. Nahestehende ältere Personen werden oft mit „Mutter“, „Vater“, „Onkel“, oder „Tante“ angesprochen, auch wenn kein verwandtschaftliches Verhältnis besteht. Ehepaare haben fast immer verschiedene Nachnamen.

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Flugverbindung in die Mongolei

Die mongolische Fluggesellschaft  ist die MIAT (Mongolian Airlines)  Die MIAT fliegt nach und von Berlin und Frankfurt.

Weiterhin kann man mit der AEROFLOTT von Europa, oder über Peking ( Air China) in die Mongolei kommen.

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Mongolische Botschaft in Berlin

E-mail: Mongolbot@aol.com

Das Visum für die Mongolei kann auch ohne persönliche Rücksprache auf dem Postweg beantragt werden und wird i.d.R. innerhalb weniger Tagen erteilt. Antragsunterlagen: ein mind. 6 Monate gültiger Reisepass auch für die Kinder, 2 Antragsformulare, 3 Passfotos, Verrechnungsscheck über z.Zt. 33 € , Einschreibefreiumschlag. Ganz Eilige, könne auch ein Touristenvisum am Flughafen in Ulaanbaatar erhalten.

Visaantrag down loaden

Informationen des Auswärtigen Amtes für Mongoleireisen: http://www.auswaertiges-amt.de/

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Deutsche Botschaft in Ulan Bator

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland;  Negtsen Undestnii gudamj 7 (C.P.O.Box708);  MNG-210613 Ulan Bator 13;  Tel.-Nr. 00976-11-323325, 323915, 320908 Fax: 00976-11-323905;  E-mail: germanemb_ulanbator@mongol.net
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Mongolische Sprichwörter

Eine Vielzahl mongolischer Weisheiten sind auch bei uns bekannt

Eine kleine Auswahl davon wollen wir Ihnen präsentieren:

- Verfolge keinen Feind, den du schon bestraft hast

- Weilt der Gast auch nur kurze Zeit, so sieht er doch viel

- Eine in die Fremde gegebene Tochter gleicht einem in die berge geschossenem Pfeil

- Habe mit Ausnahme des Vaters keinen Abgott, außer der Mutter keine Götzen;

- Schande ist, das Frösteln des armen Dieners nicht zu bemerken, während man sich selber in Fuchs- und Lammfellen wärmt

- Besser ein dummer Wanderer als ein Weiser, der zu Hause sitzt

- Wenn du den Knüppel aufhebst, um den Hund zu rufen, dann kommt er nicht

- Freundlichkeit zu jeder Zeit kostet nicht viel

- Wenn der mächtige Löwe altert, lauert er am Mauseloch.

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Nationalhymne

Die mongolische Nationalhymne hören Sie hier

IN VORBEREITUN

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Kalender

Neben dem modernen, westlichen Kalender gibt es auch noch den alten mongolischen (gleich: chinesischer) Kalender , bei dem sich die Monate nach dem Mond richten. Daraus folgt, dass die Mongolen zweimal das Neujahrsfest feiern können. Das traditionelle Neujahrsfest ist der wichtigste Feiertag der Mongolen und heißt Tsagaan Sar („Weisser Monat“), es findet zwischen Ende Januar und Ende Februar statt. Die Vorbereitungen auf das neue Jahr werden von Jahr zu Jahr intensiver betrieben. Damit vermischen sich das christliche Weihnachtsfest und der bevorstehende Jahreswechsel zu einer einzigen Jahresendfeier, die sich fast über 10 tage erstreckt. Viele Mongolen spotten, dass die Mongolei das einzige Land auf der Welt ist, wo der Wechsel von einem zum nächsten Jahr 10 Tage dauert. Eigentlich wird nur 3 tage gefeiert. Weil die Großfamilien aber oft sehr weit auseinander leben, braucht es viele Tage, um sie alle jeweils 3 tage besuchen zu können. Und wie bei uns beginnt die ganze Feierei besinnlich – mit dem Bituun, heiligen Abend. An diesem Tag werden die letzten Vorbereitungen getroffen, und am Abend bleiben alle zu hause mit ihrer Kernfamilie. Man sitzt zusammen, isst Buus (s. weiter unten) und trinkt Tee sowie vergorene und unvergorene Stutenmilch. Geschenke gibt es keine! Danach besucht man die Nachbarn. Der nächste (erste) Feiertag (des neuen Jahres) heißt Shiniin Negen und beginnt schon vor Sonnenaufgang. Die Frauen kochen Tee; danach gehen besonders traditionsbewusste Mongolen in ihre „Unglücksrichtungen“ und kehren auf dem Wege ihrer „Glücksrichtungen“ (je nachdem, in welchem Tierkreis sie geboren sind), um Glück für das neue Jahr zu erheischen (der falsche Weg brächte Unglück!), nach Hause zurück. Wieder zu hause, beginnen die Feiertage richtig. Hammelrücken, Buus, gesalzener Milchreis mit Rosinen, gekochte Fleischstreifen, Kheviin Boov (ein längliches, abgerundetes, wie eine Sohle geformtes Mürbeteigstück), Milchtee und Arkhi (der mongolische Wodka) dürfen keiner Festtafel fehlen. Neben dem Arkhi ist jedoch Uuts (Hammelrücken mit Fettschwanz) das Nonplusultra auf dem Tisch der meisten Mongolen. In manchen Familie erfreut sich der Uvchuu (Rinderrüchen) immer größerer Beliebtheit. Man trifft seine Verwandte, wobei die jungen die Alten mit einem Hadag (ein blaues Seidentuch als Zeichen der Verehrung) begrüßen. Anschließend trinken alle zusammen Tee und essen. Nahezu die gesamte Bevölkerung ist an diesen Tagen unterwegs, um sich gegenseitig zu besuchen. Und alle sind ganz höflich zueinander (sich zu streiten würde Unglück bringen), gearbeitet wird nur das Nötigste. Die meisten haben sowieso ihre kostbare Nationaltracht, Deel, angezogen. Der zweite Tag – Shiniin hoyoron – verläuft im Prinzip so wie der erste, nur das jung verheiratete Frauen an diesem Tag zu Hause bleiben müssen. Dafür trinken die Männer Wodka und fallen dann am dritten Heiligen Tag – Shiniin gurvan manchmal beim Verwandtschaftsbesuch aus oder verschieben ihn auf den vierten Tag (es geht nicht darum, dass diese Tage hintereinander stattfinden, sondern dass sie überhaupt im Laufe des weißen Monats stattfinden). Bis zum 15. tag des weißen Monats muss man mind. 1mal in einem buddhistischen Kloster gebetet haben, sonst ist das mongolische Neujahrsfest nicht rund!

nach oben Feiertage

12.02. – Gründungstag (12.02.1992)

08.03. – Internationaler Frauentag

13.03. – Unabhängigkeitstag (13.03.1921)

07.04. – Nationalfeiertag

01.06. – Tag des Kindes

11.-13.07. – Tage der Revolution (11.-13.07.1921 – s. Naadam)

26.11. – Tag der Ausrufung der Republik (26.11.1924)

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Naadam

 

Jedes Jahr findet 2mal um die gleiche Zeit das größte Volksfest der Mongolen statt, Naadam. Der Winter Naadam ist ein Neujahrsfest und wird in den jeweiligen Aimags (Provinzen) gefeiert, der Sommer Naadam (die sog. „Spiele der Männer“) zieht unzählige Nomadengruppen aus den unendlichen Weiten der Steppe nach Ulan Bator. Die Wettkämpfe finden im Nationalsport Nr.1 , Ringen, nach dem K.O. System statt. Das Ziel bestehet darin, seinen Gegner irgendwie zu Fall zu bringen: wer als erster mit einem anderen Körperteil als mit den Füssen, den Boden berührt, hat den Ringkampf verloren; Gewichtsklassen gibt es nicht. Der Sieger heißt „Riese“, der zweitplazierte „Löwe“, der dritte „Elefant“, der vierte „Falke“. Wenn die Ringer (512 bzw. 1024 Kämpfer, in jeder Runde wird die Zahl bis zum Finalkampf halbiert) den Wettkampfplatz betreten, tun sie dies mit auffälligen Bewegungen, um den Flug eines Adlers darzustellen. Sie halten die Arme ausgestreckt und bewegen den Körper auf und ab. Nach jedem Kampf verlässt der Sieger auch im „Adlertanz“ den Platz, als Zeichen seiner ausschließlich friedlichen Absichten lässt er den Unterlegenen unter seinem seitlich ausgestreckten Arm, unter seinen „Flügeln“, hindurchgehen. Bogenschießen: Diese Tradition reicht bis ins 7. Jh. zurück (die Schützen schießen in 3 Runden mit ihren selbst gebauten Bögen auf eine Distanz von 75 m auf Ziele – sur (zylinderförmige Lederkörbchen in der Dimension einer Cola Dose auf dem Boden). In der ersten Runde schießt ein Schütze 4 Pfeile auf 300 sur, in der zweiten Runde 8 Pfeile auf nur 30 sur. Dasselbe in den dritten Runde, bei der der Bogenschütze dem Ziel den Rücken zukehrt, den Bogen spannt, sich schnell umdreht und seinen Pfeil abschießt. Das Treffergebnis zeigen neben den Zielen stehende Kampfrichter an, indem sie in einer bestimmten Art zu hüpfen anfangen. Der beste Schütze erhält den Titel „der Weise“, „der Treffsichere“. Und das beeindruckendste Spektakel ist das Pferderennen. Gestartet wird in der Steppe. Die Pferde müssen dann eine Strecke (je nach Alter des Pferdes) von 12 bis 35 km in 35 bis 50 Minuten bewältigen; die Jockeys sind ausschließlich Kinder zwischen 5 und 13 Jahren, darunter viele Mädchen , da sie die kleinen mongolischen Pferde nicht so sehr belasten. Zur Siegerehrung sind Kinder und Pferde festlich geschmückt. Ein alter Mongole, meist der Besitzer des Pferdes oder Großvater, reitet links an das Siegerpferd heran, erfasst mit der rechten Hand die Zügel des Pferdes, hebt die hand und singt ein Loblied auf das schnellste Pferd. Nach dem Lied bekommt der junge Sieger eine Schale mit gegorener Stutenmilch überreicht, von der er einige Schlucke trinkt. Den Rest sprenkelt er über seinen Kopf, den Kopf und den Hals des Pferdes. Der Ruhm des Siegers fällt allerdings in erster Linie auf den Züchter und auf das Pferd:

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Mentalität, Familie, Umgangsformen

- Die Mongolen: Die Landbevölkerung hat allgemein einen harten Gesichtsausdruck und rote Backen. Das gilt für Männer wie für Frauen. Durch die intensive Sonneneinstrahlung haben die Menschen einen gelblich-braunen Teint, bedeckte Körperteile sind jedoch nicht selten rein weiß, und damit ist die Mär von der gelben Rasse ausgeräumt. Der Mongole ist einerseits wortkarg und lässt als Zuhörer keinerlei Gefühlsregung erkennen, er verzieht keine Mine. Hintergründig blickt er mit seinen mandelförmigen Augen unter der Stirn hervor. Andererseits lacht er gerne, allerdings kann sich hinter einem Lächeln auch Schüchternheit verbergen. Fremden gegenüber ist er außerordentlich freundlich und hilfsbereit. Er achtet streng auf Höflichkeit, ist fleißig und bereit zu helfen. Mongolen sind nicht so offen. Fragt man eine Mutter auf dem Land, die alleinerziehend ist, fünf Kinder hat und deren Elend offensichtlich ist, wie es ihr geht, wird sie sagen: Oh, sehr gut, sehr gut. Selbst wer seinen Kopf schon unter dem Arm trägt, wird immer antworten, dass es ihm körperlich hervorragend geht. 

- Die Familie: Das Zusammenleben in Großfamilien ist auch in den städtischen Wohnungen (aufgrund der Wohnungsknappheit teilen sich oft mehrere Generationen ein kleines Appartement) und in den Jurtenvierteln nach wie vor üblich. Die Großeltern werden äußerst respektvoll behandelt und kümmern sich hauptsächlich um die Beaufsichtigung der Kinder, während die jungen Leute arbeiten oder beschäftigt sind mit der Beschaffung der benötigten Lebensmittel. Der Vater ist der Familienoberhaupt und die Mutter kümmert sich um die Organisation des Haushalts. Die jungen Familien haben oft nicht mehr als zwei Kinder. Die älteren Kinder kümmern sich um ihre jüngeren Geschwister. In den ländlichen Gebieten leben die meisten Mongolen in Kleinfamilien zusammen. Trotzdem ist es üblich, dass Eltern, die sich nicht mehr selbst versorgen können, bei der Familie ihres jüngsten Sohnes oder der jüngsten Tochter leben. Der jüngste Sohn erbt das Haus der Familie, nachdem die älteren Söhne ihren Anteil erhalten haben. In der mongolischen Nomadenfamilie herrscht eine strikte Rollenverteilung: Die Frau ist für die häuslichen Arbeiten zuständig, auch für das versorgen und Melken der Stuten, während der Mann alle Aufgaben wahrnimmt, die an die Herden draußen, fernab der Jurte, geknüpft sind.

- Umgangsformen: Die Menschen in der Mongolei sind sehr Gastfreundlich. In den Städten der Mongolei begrüßt man sich meistens mit einem Handschlag. In formellen Situationen und beim Zusammentreffen mit Fremden sagt man: Ta sain baina uu? („Wie geht es Ihnen?“). Unter Bekannten begrüßt man sich etwas lockerer mit Sain uu! („Hallo“) oder sonin yutai ve? („Was gibt es Neues?“). Wenn Gastgeschenke überreicht werden, darf man diese nur mit der rechten Hand annehmen, wobei die linke unterstützend an den rechten Ellenbogen greift. Um auf etwas zu deuten, benutzen die Mongolen offene Hand, beim Winken zeigt die Handinnenfläche nach unten. Im Gegenwart von älteren Personen sollte man die Beine nicht kreuzen. Frauen bedecken beim Lachen ihren Mund. Bei einigen Mongolen ist es üblich, dass sie durch einen zog. Zolgah ihren Respekt jemandem gegenüber bekunden: Dabei umfasst die jüngere Person die Ellenbogen der älteren, deren Unterarme auf denen der jungen Person ruhen, wobei die ältere Person die Stirn der anderen küsst.

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Jurte

Das deutsch Wort Jurte stammt aus dem türkischen Jurt, was soviel wie Zeit, Lagerplatz, Land, Heimat oder Wohnort bedeutet, ist die weltweit bekannte runde (um dem Wind optimal Widerstand leisten zu können) Wohnstätte (3 bis über 30 m Durchmesser) der Mongolen, die sie Ger (Plural gerüüd) nennen. Die Hülle besteht aus einer oder mehreren Lagen eines schafwollenen Filzes und einem weißen Tuch. Die wichtigste Einrichtung in einer mongolischen Jurte ist der Herd (zum Heizen und Kochen), von dem ein Rohr durch den Dachkranz nach außen ragt. Die Hauptachse in der mongolische Jurte chaalga (die Tür) weist nach Süden, d.h., das Gesicht des Betrachters ist nach Süden gerichtet. Das bedeutet, dass rechts und der Westen, links und Osten, hinten und Norden sowie vorn und Süden identisch sind. In der mongolischen Sprache gibt es für die Begriffspaare nur ein Wort. So heißt links geriin züün tal u. Osten züün tal und rechts geriin baruun tal u. Westen baruun tal. Die linke Seite ist die Seite der Frauen, des Haushaltes (deswegen zeigt die Herdöffnung nach links) und der Familie. Die rechte Seite ist die Seite der Männer (dort lagert auch das Sattelzeug und Waffen) und die hintere Seite die Ehrenseite. Der mittlere Raum ist für den Alltag bestimmt und die vordere Seite, gleich neben der Tür, für die Arbeit, für nicht geehrte Leute, Tiere und Gegenstände. Der Hausherr weist den Gästen, zumindest den als maßgeblich erscheinenden (am maßgeblichsten erscheinen die Älteren und die Dicken!), Plätze zu. Der älteste Gast hat seinen Platz immer auf der rechten hinteren Seite. Dies ist der choimor („Ehrenplatz“) für männliche Besucher, die alle nach ihrem Alter gesetzt werden und nicht nach Rang in unserem Sinne. Eine geehrte Besucherin wird auf die linke Seite nach hinten gesetzt. Jüngere Mädchen sitzen neben der Tür auf der linken Seite. Die gemütlich eingerichtete Jurte ist wohnlich und behaglich, von einer 4-6-Köpfigen Familie in deutlich weniger als 1 Stunde auf- und abgebaut und kann leicht auf 2 Pferden oder Kamelen transportiert werden. Wichtig: Beim Eintreten der Jurte keinesfalls die Türschwelle mit dem Fuß betreten oder die Zeltseile zu berühren, dies würde als schlechtes Omen, das vom Gast ausgeht, gewertet. Auch wenn die Familie bei der Herde ist, kann der ermattete Reisende jederzeit eintreten und sich laben. Teeschalen und Suutejzai (schwarzer Ziegeltee mit Milch) in Thermosflaschen stehen auf dem niedrigen Tischchen hinter dem Jurtenofen. Als feste Nahrung findet der Eintretende auf großen Tellern verschiedenes Gebäck und aus Milch hergestellte Speisen vor. Nahezu immer ist Aaruul (leicht gesüßtes, eiweißreiches Fladengebäck) und Urum (etwa streichholzgroße Stückchen Rahm, der nach dem Kochen abgeschöpft und geronnen wurde) dabei. Wenn man von einer Familie in die Jurte eingeladen wird, ist es üblich, dass alle aus derselben Schüssel essen und bzw. aus demselben Glas trinken. Dass die Jurte auch in den Städten noch lange nicht ausgedient hat, beweist die Tatsache, dass über 61% der Mongolen nach wie vor in Jurten wohnen. Falls Sie sich in ihrem Garten eine Jurte bauen möchten, hier Links mit detaillierter Bauanleitung:

http://www.pbm.com/~lindahl/articles/yurt/  (englisch)

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Deel

 

In den Städten trägt man westliche Kleidung. Auf dem Land bevorzugt man bei Frauen und Männern gleichermaßen allerdings lieber das traditionelle Deel (ein mantelartiges Kleid mit langen Ärmeln oder eine Tunika, die bis zu den Waden reicht), das den harten Bedingungen angepasst ist und Schutz gegen bittere Kälte und Wind bietet. Das Deel der Frauen ist aus buntem Stoff gefertigt und mit Verzierungen aus Seide und phantasievollen Knöpfen geschmückt. Die Deels der Männer sind i.d.R. schlichter, die Ärmel sind ebenfalls bestickt. Für besondere Anlässe besitzen die Frauen in der Stadt ein Deel aus Seide. Um die Hüfte wird eine Schärpe, die Bus, gebunden. Im Sommer trägt man ein dünnes Deel, der Deel für den Winter ist normalerweise mit Schaffell oder Pelz gefüttert.

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Soyombo

Das Emblem auf der mongolischen Flagge ist das alte mongolische Soyombo Symbol. Es stellt die buddhistische Weitsicht dar und soll im 17. Jh. von Dschanbadschor geschaffen worden sein, einer angeblichen Reinkarnation des Buddha. In seinem oberen teil befindet sich eine dreiflammige Darstellung des Feuers,  Aufblühen, Wiedergeburt und Aufschwung sowie gleichzeitig die Fortsetzung des Geschlechts und das Wohlergehen von Familie, Generation und Nation symbolisiert. Symbolisiert wird auch das Wohlergehen des Volkes in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Unter dem Feuer sind Sonne und Mond als althergebrachte Symbole des mongolischen Volkes angeordnet. Die Gesamtaussage des oberen teils des Soyombo lautet: „Es lebe und erblühe das mongolische Volk“.

Im unteren Teil befinden sich folgende Symbole und Aussagen: zwei mit der Spitze nach unten gerichtete Dreiecke = „Tod den Feinden des mongolischen Volkes“. Zwei horizontale Balken = „Alle, sowohl unten als auch oben, mögen dem Wohle des Volkes ehrlich dienen“. Zwei einander zugewandte Fische bedeuten Wachsamkeit (der Fisch schläft nie!), auch als Mann und Frau, Verstand und Weisheit. Die Aussage lautet: „Mögen Männer und Frauen (das ganze Volk) weise sein und wachsam die Heirat beschützen“. Die zwei senkrechten Balken symbolisieren Festungsmauern: „Wenn alle Menschen in Freundschaft und Einheit leben, wird nichts für sie unüberwindbar sein“.

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Essen und Trinken

 

Die mongolische Küche besteht aus Milchprodukten, Fleisch, Hirse, Gerste und Weizen; für den Westeuropäischen Geschmack ist sie sicher keine Feinschmecker Küche. Während in den Sommermonaten vorwiegend Milchprodukte verzehrt werden, werden in den Wintermonaten wegen des gestiegenen Energiebedarfs (luftgetrocknetes) Fleisch und Mehlprodukte angeboten. Mindestens 1mal am tag isst man entweder Hammel - oder Rindfleisch; die Hauptmahlzeit des Tages ist Abendessen. Es herrscht Mangel an frischem Obst und Gemüse. Traditionsreichstes Gericht der Mongolei: „Milchkanne mit Fleisch und Steinen“: Dazu werden glühende Steine zusammen mit frischem fleisch (Schaf oder Rind) in eine Milchkanne gegeben, verschlossen und dann für etwa 1 Stunde garen gelassen. Das Ergebnis ist verblüffend: saftiges, leckeres Fleisch. Dazu gibt es verschiedene Saucen und Kartoffeln. Knödel nennt man Bansh.

Bei jedermann beliebt ist der „Mongolische Eintopf“, eine kräftige Nudelsuppe mit viel Fleischeinlagen. Grundlage der täglichen Nahrung in der Mongolei ist selbstverständlich das Fleisch der über 35.000.000 Stück Vieh, sowie Milch, Joghurt und alle Arten von Käse.

Verschiedene Arten der Fleischzubereitung sind bekannt und seit Dschingis Khan ist insbesondere folgende Methode berühmt: Im herbst wird Fleisch von Rindern, Pferden oder Schafen in dünne Streifen geschnitten und im Schaffen an der Luft getrocknet. Danach zerreibt man das Trockenfleisch zu feinem Fleischpulver. In einer gesäuberten und getrockneten Rindblase wird dieses Fleischpulver aufbewahrt. Eine dieser Blasen kann das Fleisch eines ganzen Rindes aufnehmen. Eine Prise dieses Fleischpulvers mit Salz und Wasser vermischt, genügt, um eine gute Mahlzeit zu bereiten.

Auch die bei uns bekannten „Maultaschen“ sind ein mongolisches Rezept. Dort heißen diese Speise Booz (auch Buuz). Die schmackhaften, über Wasserdampf gegarten würzigen Haackfleischbällchen in die Teigtaschen sind ein echter Genuss:

http://www.shuvuu.de/buus.htm (deutsch)

Als Gast erhält man immer und in jeder Jurte den traditionellen mongolischen Tee. Jede mongolische Hausfrau hat ihr eigenes Rezept, aber die Zutaten sind doch überall die gleichen: etwas Tee wird vom Teeziegel abgebrochen und mit heißem Wasser übergossen. Dazu kommt Milch. Der Tee wird nicht wie bei uns gesüßt, sondern mit etwas Salz getrunken. Mögliche weitere Zutaten sind Butter, Hammelfett und Hammelfleisch. Solch ein Tee wärmt und belebt. Die Mongolen haben eine wahre Leidenschaft für Süßigkeiten, vom Keks angefangen über die Schokolade bis hin zur Limonade

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Religion

Die Hauptreligion der Mongolen ist der aus dem Tibet stammende Lamaismus (auch tantrischer Buddhismus genannt), eine der vielen Formen des Buddhismus, zu dem sich 87% der Landesbewohner bekennen. Geistliches Oberhaupt wurde der Pantschen-Lama, das weltliche Oberhaupt erhielt den mongolischen Titel Dalai-Lama, was so viel heißt wie „Meer-Lehrer“. Die Bedeutung ist, dass seine Lehre über eine Menschenmenge, die in der Ausdehnung dem Meer entspricht, Verbreitung finden soll.

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Schamanismus

Viele Elemente der mongolischen Urreligion, dem Schamanismus, wurden seit dem 15. Jh. in den Lamaismus übernommen. Unzählige Praktiken und regeln des religiösen Alltags in der Mongolei enthalten deshalb mehr oder weniger deutliche animistische Elemente. Der begriff „Schamanismus“ stammt von dem sibirischen Wort für Medizinmann, Schaman, ab. Der Schamanismus hat in der Mongolei jede andere Religion überlebt, seit im 16. Jh. Zunächst der buddhistische Lamaismus (87% der Mongolen bekennen sich zum Buddhismus mongolischer Prägung) offiziell eingeführt wurde. Der Schamane ist eine Mittler zwischen den Menschen und der Geisterwelt. Fast jeder Schamane ist ein Experte in Bio - Energetics, außersinnlichen Wahrnehmungen und Parapsychologie. Viele von ihnen sind hochgebildete Leute: Lehrer, Ärzte, Künstler, Priester, Berater, Therapeuten etc. Was steckt dahinter? Ein Schamane zu sein, bedeutet eine utka- spezifische Gabe (Energie) zu besitzen, welche von mystischer Natur ist und wird gewöhnlich auf mysteriöse Weise an Blutsverwandte weitergegeben. Alte schamanische Rituale leben weiter, zumindest auf dem Land unter den Viehzüchtern, und das ist immerhin fast die Hälfte aller Mongolen. Mittlerweile findet Schamanismus weltweit das Interesse von Ärzten, Wissenschaftlern und Therapeuten, die erkennen, dass das uralte Wissen auch für den aufgeklärten Westen so manche Neuigkeit und tiefe Einsicht bereithält. Ausführliche Informationen über den mongolischen Schamanimus finden Sie unter:

www.avantart.com/tuva  (englisch)

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Verabredung und Heirat

Nach der Tradition werden die Ehen in der Mongolei von den Familien arrangiert, wenn gleich immer mehr Leute ihre Entscheidungen selbst treffen. In der Mehrzeit heiratet man in der Mongolei zwischen dem 18. und dem 25. Lebensjahr. In den Städten finden Sie die Hochzeiten normalerweise in den sogenannten „Hochzeitspalästen“ statt. Danach suchen viele der jungvermählten Paare einen buddhistischen Mönch auf, damit dieser ihnen die Zukunft voraussagt. Im Anschluss daran feiert man ein großes Fest, zu dem man so viele Gäste einlädt, wie viel man verpflegen kann. Auf dem Land ist es üblich, dass das Paar nach den Feierlichkeiten ein Ger bezieht, das von den Eltern des Bräutigams ausgestattet wurde. Bei der Hochzeit geben die Eltern des Mannes i.d.R. Tiere, die Eltern der braut schenken Kleidung und Schmuck.

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Schrift

Mongolisch wird seit dem 12. Jh. Mit uighurischen Buchstaben von oben nach unten geschrieben, die Buchstaben schreiten von links nach rechts voran. Diese Schrift ist eine Buchstabenschrift, bei der die einzelnen Buchstaben, wie bei uns, zusammen geschrieben werden. In der damaligen Mongolischen Republik war diese Schrift bis zum Jahr 1941 im Gebrauch.

Eine ausführliche Einleitung in die altmongolische Uighurschrift finden Sie auf:

http://ead.sbb.spk-berlin.de:8080/mongol.html (englisch)

Heute besinnt man sich seines kulturellen Erbes und ist dabei, die altmongolische Schrift wieder einzuführen. Viele mongolische Stadtbewohner fangen teilweise wieder an, mongolisch schreiben zu lernen. Die mongolischen Schriftzeichen werden heute in der Schule gelernt (seit dem 01.01.1994 ist durch eine Schriftreform das klassisch geschrieben Mongolisch die offizielle Schrift der Mongolei),

jedoch wird wohl in Zukunft die Schrift mit kyrillischen Schriftzeichen geschrieben:

Während des Kommunismus wurde Russisch als Geschäftssprache eingeführt. Dazu gehörten auch die kyrillischen Schriftzeichen. So war es naheliegend, die mongolische Sprache auch in kyrillischer Schrift zu schreiben. Deswegen führte man im Jahre 1941 eine Schriftreform durch, man übernahm das kyrillische Alphabet, erweitert um zwei Sonderzeichen. Die heutige Realität: in den städtischen Zentren wird das Mongolische so gut wie überhaupt nicht geschrieben, lediglich große Geschäfts - wie Straßenschilder sind auf Mongolisch geschrieben.

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Sprache

Die Staatssprache der Mongolen ist Mongolisch. Sie gehört, wie die türkischen und mandschurisch - tungusischen Sprachen, zur Familie der alten Altaischen Sprachen. Die gesprochene Sprache gliedert sich in eine Reihe von Dialekten, wobei der Xalxa-Dialekt die Basis der mongolischen Hochsprache ist, während in der südlichen Mongolei der Chalcha - Dialekt die größte Verbreitung (wird in den Schulen und in der Geschäftswelt gesprochen) hat. Unter Gebildeten ist die tibetische Schrift gebräuchlich, sie hat ungefähr den gleichen Stellenwert wie bei uns das Lateinische. Die mongolische Sprache zeichnet sich durch Agglutination und Vokalharmonie; sie ist von gehauchten o-lauten und spitzen, zischenden s-Lauten durchdrungen; viele Kehllaute und eine eigenartige Betonung geben der Sprache einen sehr fremdartigen, jedoch kehlig melodiösen Charakter.

nach oben Ein kleines Wörterbuch
ich - bi
ich heisse - minii neriig...gedeg;
wie bitte? - yu genee?
Ja - za
nein - ugui
nein, danke - ugui,bayarlalaa
bitte; - tegne uu
bitteschön - zugeer
ich möchte bitte - bi khusej baina
danke, danke schön - bayarlalaa
vielen Dank - mash ich bayarlalaa
sehr angenehm - mash taatai baina
entschuldigen Sie! - ta uuchlaarai!;
Entschuldigung - uuchlaarai
Verzeihung - örschöögöörei
tut mir leid - nadad kharamsaltai baina
Schade! - kharamsaltai baina!
bis bald - udakhgui uulzaya;
es ist gut - ene bolj baina
was wünschen Sie? - ta yu khusej baina?;
darf ich? - bi bolokh uu?;
alles in Ordnung - bugd zugeer emkh tsegtstei baina
du hast Recht - chini zöw
das kann nicht sein - ingej bolokhgui
guten Appetit - tawtai khoollooroi
viel Spass - amjilt khusie;
ich liebe Dich - bi chamd khairtai
ich weiss / ich weiss nicht - bi medne/ bi medekhgui
sprechen Sie deutsch? - ta german kheleer yarij chadakh uu?;
es ist richtig - ene zöw
ich bin einverstanden - bi oilgoson
können Sie mir helfen? - ta nadad tuslaj chadakh uu?
bringen Sie mir, bitte ... - ta namaig...khurgej ögnö uu
Wohin gehst du? - Chi khaashaa yavj baigaa yum be?
Du kannst mit dem Bus Nummer ____ fahren - chi...nomeriin awtobusaar yawj bolno
Pass bitte auf - bolgoomjlooroi
wie spät ist es? - kheden tsag bolj baina?
wann kommst du zurück. - chi khezee irekh we?
wir - bid
du - chi
auf Wiedersehen - bayartai
mein (Familien) Name ist - minii(ger buliin)neriig...gedeg

Arno Günther hat das Buch „Mongolisch. Wort für Wort“ (inkl. Wörterbuch) herausgegeben. Es ist für 7,90E unter der ISBN 3-89416-258-9 möglich zu bestellen.

nach oben Landkarten:

In Ulan Bator gibt es einen Landkarten Laden (Map Shop) mit sehr guten Topographischen Karten (1:1.000 000 und 1:500.000), sowie einzelnen Karten aus den regionalen Zentren. Der Laden befindet sich in der Nähe des Elektronikgeschäftes ELBO, Peace Ave. Ecke Ich Tojruu, vom Suchbaatar Pl. Richtung Westen. Die Landkarten sind so gut, dass nicht unbedingt ein GPS Gerät benötigt wird. Die Flugnavigationskarten sind nicht zu empfehlen, da zu ungenau.

nach oben Tanken:

Tanken ist normalerweise kein Problem. Es funktioniert nach dem russischem Prinzip, also erst zahlen dann tanken. Die Versorgung mit Treibstoff kann im Land sehr unterschiedlich sein. Die Versorgung mit Diesel ist besser. Innerhalb der "Gobi" ist die Treibstoffversorgung generell problematisch. Am besten, man nimmt aus Ulan Bator genügend Treibstoff mit.

AN 76 Ist überall, sofern vorhanden, zu bekommen. Sollte nur zur Not getankt werden. Dann sollte aber die Zündung vorgestellt werden.
AN 92/93 entspricht unserem Normalbenzin. Ist meist nur in Ulan Bator und größeren Orten zu erhalten
AN 95 entspricht unserem Superbenzin bekommt man manchmal nur in Ulan Bator.
Bleifrei Gibt es nicht.
Diesel

Ist landesweit überall zu bekommen. In der Übergangszeit zur Frostperiode, sollte man den Diesel mit Benzin mischen, da oft noch Sommerdiesel von den Tankstellen verkauft wird.

nach oben Straßen:

Gibt es nicht. Nur die Verbindung von Suchbaatar nach Ulan Bator, nach Arwaicheer und jetzt neu, die Strasse nach Erdenet, ist asphaltiert und als Straße zu bezeichnen. Alle anderen Strecken sind Pisten mit ständig verändertem Verlauf.

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Grenzübertritte

Es gibt jetzt insgesamt fünf internationale Straßengrenzen zur Mongolei. Die für Europäer am interessantesten, dürfte natürlich die Grenze von Ulaan Ude nach Ulaan Baatar (Kyachta - Altanbulag) und die Westgrenze von Novosibirsk nach Ölgii (Tsagaanuur) sein. Die Zeiten sind vorbei, wo man sein Fahrzeug an der Grenze abgeben muss und mit der Bahn in die Mongolei einreist. Eine Weiterfahrt mit dem Fahrzeug Richtung China ist an einer Grenze ohne Probleme möglich, sofern man die chinesischen Dokumente vorweisen kann. Wer mit dem eigenem Fahrzeug in die Mongolei kommt, sollte aber sich auf jeden Fall vorab über die aktuellen Zollbestimmungen informieren.

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Fahrzeugmiete

Es besteht die Möglichkeit, privat Autos / Motorräder zu mieten. Dabei sollte man sich allerdings vorher über den Zustand des Autos informieren. Im allg. mietet man das Auto mit Fahrer. Je nach Strecke, sollte man sich für ein mehr oder weniger geländegängiges Fahrzeug entscheiden.

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Führerschein

Seit dem 15.7.99 gilt der Nationale Führerschein (max 3 Monate) und der Internationale Führerschein (max. 1 Jahr).

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Geld

Geldwechseln sollte man am besten in Ulan Bator und dort bei der Int. Handelsbank (großes rote Gebäude im Zentrum). Auf dem Schwarzmarkt, bekommt man nur für große neue Dollarnoten (100 US$); einen etwas besseren Kurs. Euro wird dort noch ungern genommen. In der Zwischenzeit, kann man auch mit dem int. Kreditkarten bei den Banken Tugruk erhalten und Reiseschecks werden ohne Probleme angenommen.

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Reisen

Reisen in der Mongolei ist etwas anders, als üblich. Grundsätzlich muss man sich auf einen sehr geringen Standart auf dem Land einrichten. Unterwegs ist es üblich, das man zeltet, oder in Jurten-Camps übernachtet. In den größeren Ortschaften, gibt es zwar einige Hotels, aber deren Standart ist sehr unterschiedlich. Aufgrund der ungesicherten Versorgungslage, nimmt man möglichst alles aus Ulaan Baatar mit. Das gilt vor allem für Lebensmittel und Treibstoff. Man kann zwar in den einzelnen Aimagzentren oft Lebensmittel nachkaufen, aber das Angebot ist eher schlicht und die Preise sind höher als in Ulaan Baatar. Daraus folgt, wenn man in der Mongolei reisen will, muss man ein minimale Campingausrüstung (Zelt, Schlafsack, Kocher und Kochgerät) mitbringen.

Ausrüstung etc., die man für die jeweilige Reise benötigt finden Sie auf jeder einzelnen Reiseseite unter dem Link "Notwendige Ausrüstung"